Trauerbegleitung Jugendliche

Jugendliche und junge Erwachsene

Einzelbegleitung und Trauercafe

Du wirst einen nahe stehenden Menschen durch den Tod verlieren, oder ein dir nahe stehender Mensch ist gestorben? Vielleicht verwirren dich deine Gedanken und Gefühle oder du hast manchmal das Gefühl der Schmerz des Verlustes ist kaum auszuhalten. Ohnmacht, Unsicherheit, Gedanken von Scham und Schuld belasten möglicherweise dein Leben und erschweren die ohnehin durcheinander geratene Lebenssituation. Viele Jugendliche fühlen sich in ihrer Trauer einsam, unverstanden und wissen nicht wie es weitergehen soll. Das eigene Leben erscheint häufig sinnlos und leer. Vielleicht geht es dir so oder ähnlich. Auch körperliche Reaktionen auf den Verlust können auftreten. So z.B. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, oder Schlafstörungen. Es kann sein, dass du die Erfahrung gemacht hast, dass für dich jetzt andere Themen wesentlich sind, als für deine Freunde. Freunde oder die Familie wissen oft nicht wie sie mit dir umgehen sollen, sind unsicher, fühlen sich hilflos und ignorieren deshalb das was du erlebt hast. Wieder andere wollen dich besonders behandeln und du fühlst dich wie ein Exot. Möglicherweise wünschst du dir einerseits Verständnis, Anteilnahme und Unterstützung. Andererseits aber fühlst du vielleicht Enttäuschung, Isolation und Wut ausgelöst durch Verhaltensweisen deiner Freunde, Mitschüler oder anderer Menschen und du ziehst  dich am liebsten zurück. Oder es fehlen dir einfach Menschen, denen du dich anvertrauen möchtest.  Eine Einzelbegleitung und/oder unser Trauercafes können in dieser Zeit eine hilfreiche Unterstützung für dich sein. Unsere Angebote in Kooperation mit dem Familienbildungswerk des DRK sind kostenfrei und unterliegen der Schweigepflicht.

TIPP: Hier findest Du Trauerchats, die auch hilfreich sein können. www.doch-etwas-bleibt.de    www.klartext-trauer.de

In der Einzelbegleitung findest du einen geschützten Raum, für Dich alleine, um dich mit deinen Gedanken, Gefühlen, Sorgen, Ängsten in der Trauer zu beschäftigen. Nicht immer ist das zu Hause oder mit Freunden möglich. Vielleicht möchtest du deine Gefühle und Gedanken dort auch eher für dich behalten. In der Auseinandersetzung lassen sich aber Wege und Möglichkeiten finden mit der veränderten Lebenssituation umzugehen. Denn oft ist es schwer sich aus der neuen Lebenssituation heraus auf Anforderungen und Veränderungen in der Familie, in der Schule, der Ausbildung oder im Studium sowie der persönlichen Entwicklung einzulassen. Vieles muss neu formuliert und eine neue innere Stabilität und Sicherheit gefunden werden. Das sind normale Reaktionen nach einem schweren Verlust. Der Tod eines nahe stehenden Menschen kann Angst selbst auch bald sterben zu müssen auslösen. Eine Trauerbegleitung im Einzelsetting bietet die Möglichkeit bei diesem Prozess von einem neutralen, außenstehenden, fachkompetenten Menschen mit Schweigepflicht unterstützt zu werden. Hier hast du Gelegenheit Fragen zu stellen, informiert zu werden über Trauerreaktionen und Trauerprozesse, Möglichkeiten im Umgang mit der eigenen Trauer und mit Bezugspersonen, Freunden und Mitschülern kennen zu lernen. Deine Gefühle, Gedanken und Erinnerungen können auf vielfältige Art eine persönliche Form finden. Hierfür stehen unterschiedliche Methoden und kreative Elemente zur Verfügung, die du nutzen kannst, wenn du möchtest. Zudem können wir gemeinsam schauen, wie du dein Leben weiterleben und gestalten möchtest. Dabei ist es wesentlich, Dinge zu unternehmen, die dir guttun, die Freude machen und die außerhalb deines von Trauer bestimmten Lebensumfelds liegen. Gerne kannst Du telefonisch oder per Mail einen Termin zu einem unverbindlichen Vorgespräch vereinbaren.

(Copyright : vgl. St. Witt-Loers: „Trauernde Jugendliche in der Schule“, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2012)

In einer gemütlichen, ungezwungenen Atmosphäre könnt ihr Euch mit anderen Jugendlichen austauschen. Ihr erfahrt, dass ihr nicht alleine seid mit euren Erfahrungen und Gefühlen und wie andere mit ihrer Trauer umgehen. Bei Getränken und Snacks könnt ihr über euren veränderten Alltag und eure Sorgen sprechen, Fragen stellen oder habt die Möglichkeit kreativ zu arbeiten. Außerdem wollen wir auch Spaß miteinander haben. Darum gehen wir zusammen in Konzerte, gehen Segway fahren, sprühen Graffitis, stellen Schmuck her, kochen und unternehmen vieles andere. Zudem bekommt ihr Informationen zum Thema Trauer, zu Chatrooms, Links und Vielem mehr. Ihr seid herzlich willkommen, vor und nach dem Tod und wenn der Verlust schon längere Zeit zurückliegt. Während der Cafézeit ist eine ausgebildete und erfahrene Trauerbegleiterin für Euch da. Es besteht die Möglichkeit zu Einzelgesprächen.

Stimmen Jugendlicher und junger Erwachsener

Hier kann ich reden und Fragen stellen, ohne ausgelacht zu werden.

Marie, 15 Jahre

Ich kann hier probieren mit meiner Trauer umzugehen. Und wenn ich mal wütend bin oder weine ist das ok.

Benedikt, 17 Jahre

Zu Hause will ich nicht mit meiner Familie reden, dann weinen die immer und die Kollegen auf der Arbeit haben ganz andere Gedanken als ich jetzt. Es tut mir gut, dass ich hier was über Trauer erfahre und mich aufgehoben fühle.

Felix, 19 Jahre

Ich glaub, ich war schon ziemlich unausstehlich, war immer sehr gereizt und wütend. Ich wollte in der Schule keine Extrawurst, aber trotzdem wollte ich beachtet werden. Irgendwie fühlte ich mich überall total einsam. Hier habe ich Leute getroffen, denen es auch so geht. Da habe ich das Gefühl ich bin nicht völlig abgedreht.

Gina, 19 Jahre

Gerne berate ich Sie zu Fragen im Umgang mit trauernden Jugendlichen in der Familie, in der Schule oder im beruflichen wie sozialen Umfeld. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin.

Nach einem schweren Verlust bleiben Jugendliche oft allein mit ihrer Trauer. Freunde, Mitschüler oder andere Menschen können die Gedanken, Gefühle und Sorgen die trauernde Jugendliche beschäftigen nicht immer nachvollziehen. Zudem sind Jugendliche in einer Entwicklungsphase, in der sie nach ihrer eigenen Identität suchen und sich dabei körperlich und seelisch verändern. Diese Zeit der Veränderung ist für die Jugendlichen selbst und auch für deren Bezugspersonen oft nicht leicht. Jugendliche beschäftigen sich in ihrem Heranwachsen oft mit existentiellen Fragen nach dem Sterben, dem Tod und dem Sinn des Lebens überhaupt. Verlieren sie in dieser ohnehin schwierigen Zeit einen ihnen nahe stehenden Menschen, erleben sie vielfach die kaum auszuhaltenden und irritierenden Gefühle und Stimmungen der Trauer. Oft reagieren Jugendliche in ihrer Trauer mit Rückzug, Gedanken von Schuld, Scham, Aggressivität gegen sich, andere oder den Verstorbenen oder einem uns unverständlichem, verwirrendem oder schwer zu ertragendem Verhalten. Gerade dann brauchen Jugendliche die Möglichkeit ihre Gefühle zuzulassen, ihnen Ausdruck zu verleihen und Menschen, die sie ernst nehmen.

Jugendliche wünschen sich in ihrer Trauer oft außenstehende Ansprechpartner, gerade weil sie sich in einem Ablösungsprozess von Eltern und Bezugspersonen befinden. Zudem möchten sie ihre Angehörigen nicht noch mehr mit ihrer eigenen Trauer belasten und verstecken deshalb ihre Gefühle, oder aber sie fühlen sich für das Befinden der anderen Familienmitglieder verantwortlich. Beides kann für den eigenen Trauerprozess hinderlich sein. Viele Jugendliche haben Angst ihre Gefühle in der Trauer zu erleben und sie zu auszudrücken. Häufig steckt die Befürchtung dahinter, die Kontrolle und den letzten Halt zu verlieren. Eine Begleitung durch eine außenstehende Person kann deshalb sinnvoll sein.

Jugendliche bekommen in der behutsamen und professionellen Begleitung Raum für ihre Gefühle, Gedanken, Ängste und Sorgen. Hier erfahren die Jugendlichen Unterstützung in konkreten Situationen und werden bei der Bearbeitung der Traueraufgaben in ihrem Trauerprozess individuell begleitet. Wesentlich dabei ist einfühlsames Zuhören die ehrliche Beantwortung von Fragen, die Aufdeckung und Bearbeitung von Hindernissen im Trauerprozess sowie das Erschließen und die Stärkung von Ressourcen.