Graffiti-Projekt der DRK-Kindertrauergruppe

„Der Himmel weint, weil die Verstorbenen nicht hier sein können“

grafitti1Im Rahmen des DRK-Projektes „Leben mit dem Tod“ hatten jetzt 20 trauernde Kinder und Jugendliche im Alter von 6-15 Jahren die Chance, an einem Graffiti-Projekt teilzunehmen. Unter der Anleitung des Künstlers Benny Niklas lernten die Teilnehmer die verschiedenen Spray-Techniken kennen und verwandelten die Leinwände in echte Kunstwerke.

Doch der künstlerische Aspekt stand an diesen beiden Tagen gar nicht im Mittelpunkt der Arbeit. Vielmehr ging es darum, in den Bildern seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Wo ist der Verstorbene jetzt? Welche Verbindung habe ich noch zu dem Verstorbenen?

„Wir wollten, dass sich die Teilnehmer noch einmal ganz bewusst mit ihrer Trauer auseinandersetzen. Dabei wurde geweint, aber auch sehr viel gelacht“, verrät Projektleiterin und Ideengeberin Stephanie Witt-Loers.

Dabei war zu beobachten, dass die Bilder einen Prozess durchmachten. Wurden anfänglich viele dunkle Farben und negative, traurige Worte gesprayt, so wurden diese im weiteren Verlauf wieder übermalt und es entstanden viele unterschiedliche Kunstwerke, die die ganz persönliche Verbindung zu dem Verstorbenen zeigten. Auf einer zuvor komplett schwarz gesprayten Leinwand, stand später in großen, bunten Buchstaben das Wort „happy“. „Auch wenn ich traurig bin – mein Opa war früher einfach immer happy“, sagt eine Teilnehmerin zu ihrem Bild als sie es den anderen Trauernden vorstellte.

Dank der guten Kooperation mit dem Gymnasium Herkenrath konnten auch die Unwetter vom Wochenende die Teilnehmer beeinträchtigen. Im überdachten Innenhof konnten die angehenden Künstler ungestört ihrer Arbeit nachgehen. Und eine Begründung für das schlechte Wetter lieferte auch prompt eine der jüngsten Teilnehmerinnen: „Der Himmel weint, weil die Verstorbenen nicht hier sein können. Gleichzeitig freuen sie sich aber auch, dass wir uns mit ihnen beschäftigen.“

Möglich gemacht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung des Jugendamtes in Bergisch Gladbach und durch den Verein „ Bürger für uns Pänz“ sowie durch die Trauerbegleiterinnen Stephanie Witt-Loers, Anna Staub-Herzog und Claudia Stefer. Das Projekt „Leben mit dem Tod“ kann nur durch Spenden so existieren. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie uns unterstützen würden.grafitt2

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