
Einzelbegleitung trauernder Kinder / Kindertrauergruppen
Verlust, Abschied, Tod und Trauer gehören auch für Kinder zum Lebensalltag. Aber sie trauern anders als Erwachsene! Neben Abschieds- und Verlustsituationen wie z. B. Verlust von Spielzeug, die Abwesenheit von Bezugspersonen, von Freundschaft, Tod des Haustieres, Scheidung der Eltern spüren auch Kinder den Tod eines ihnen nahe stehenden Menschen und nehmen diesen wahr.
In der Kindheit erfahrene Verluste und deren Bewältigung (wie z. B. der Tod einer nahe stehenden Person, der Eltern, Geschwister, der Großeltern oder eines Mitschülers) haben Einfluss auf die weitere Entwicklung des Kindes, deshalb ist es wichtig, Kinder mit dem Erlebten nicht allein zu lassen. Kinder begegnen dem Tod mit der ihrem Alter verbundenen Todesvorstellung und ihrer individuellen Entwicklung entsprechend. Die Art der Beziehung zur verstorbenen Person und die Umstände des Todes spielen ebenfalls eine wichtige Rolle im Trauerprozess des Kindes.
Die Gefühle in der Trauer bei Kindern sind oft sprunghaft, schwankend und können plötzlich wechseln. Sie reichen von Heiterkeit, manchmal auch Albernheit, bis zu Wut, Aggression und tiefer Traurigkeit. Auch körperliche Symptome wie z. B. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen können auftreten. Kinder trauern mit für sie wichtigen Pausen. Dadurch entsteht für uns Erwachsene oft der Eindruck, Kinder würden nicht trauern. Kinder trauern individuell, jedes Kind auf seine ihm eigene Art. Über Tod und Sterben mit Kindern zu sprechen ist nicht leicht. Oft sind wir selbst betroffen oder nicht auf eine solche Situation vorbereitet. Die eigene Betroffenheit kann uns daran hindern, die Kinder in ihrer Trauer wahrzunehmen und sie auf ihrem Weg der Trauer unterstützend zu begleiten. Vielfach möchten Kinder ihre trauernden Angehörigen nicht noch zusätzlich belasten und ziehen sich deshalb zurück.
Der Tod von Elternteilen, Geschwistern oder anderen dem Kind nahe stehenden Menschen bringt Unsicherheit in das Leben des Kindes. Kinder müssen dann nicht nur mit dem Verlust zurecht kommen, sondern auch mit der Veränderung der Menschen, die um den Verstorbenen trauern. Kinder brauchen die Möglichkeit, den Verlust für sich zu begreifen, um sich in der veränderten Welt wieder zurecht zu finden. Sie brauchen einfühlsame Begleiter und aufmerksame Gesprächspartner, die ihnen ehrlich auf Fragen antworten.
Als ausgebildete Kindertrauerbegleiterin gebe ich Kindern die Möglichkeit ihrer Trauer und den damit verbundenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Im geschützten Raum der Einzelbegleitung oder der Kindertrauergruppe können Kinder einen Ort für sich und ihre Trauer finden. Hier haben sie die Möglichkeit Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und den Tod als Teil des Lebens zu verstehen. Verschiedene kreative Elemente werden hier angeboten und können von den Kindern genutzt werden. In der Kindertrauergruppe erleben Kinder, dass sie mit ihrer Trauer- und Verlusterfahrung nicht allein sind, sie erfahren Verständnis, Unterstützung und können sich untereinander austauschen.
Wann der Besuch einer Trauergruppe oder eine Einzelbegleitung für ein Kind sinnvoll ist, ist eine individuelle Entscheidung, die aber in jedem Fall vom Kind mitbestimmt und getragen werden sollte.
Auch nach Jahren kann eine Einzelbegleitung oder Trauergruppe noch wichtig sein, z.B. dann wenn das Kind beim Verlust noch sehr jung war oder es keine Möglichkeit gab Abschied zu nehmen. Für Ihre Fragen zu trauernden Kindern stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.