Konzept

konzeptHinweise zum Konzept des Instituts Dellanima

Nicht alle trauernden Menschen, Kinder oder Erwachsene benötigen begleitende Angebote. Manche Trauernde kommen mit der Bewältigung des Verlusts durch die Unterstützung ihres sozialen und familiären Umfelds sowie anderer Faktoren zurecht. Viele Betroffene haben jedoch den Wunsch nach und den Bedarf von zusätzlicher, fachlicher qualifizierter Unterstützung. Zudem trägt das soziale Netz trauernde Menschen nicht immer und häufig bleiben Trauernde in unserer Gesellschaft allein.

Hier sowie bei erschwerten, komplizierten oder traumatischen Trauerprozessen, die erfahrungsgemäß einer professionellen Begleitung und/oder anderer Therapieformen bedürfen, möchte das Institut Dellanima mit fachlichen Angeboten und weiterführenden Hinweisen unterstützen. Damit trauernde Kinder, Jugendliche und Erwachsene sensibler wahrgenommen und auch vom sozialen Umfeld hilfreich unterstützt werden, möchte das Institut Dellanima dazu beitragen den Themenkomplex Sterben, Tod und Trauer in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. Dementsprechend erhalten Sie auf der Internetseite einen Einblick in Teilaspekte des umfassenden Gesamtkonzepts des Instituts Dellanima.

  1. Verlust und Trauer
  2. Art der Angebote
  3. Ziele des Instituts Dellanima
  4. Leitlinien und grundsätzliches Selbstverständnis
  5. Hinweise zu wissenschaftlichen, inhaltlichen, methodischen und strukturellen Grundlagen
  6. Delltha Konzept
  7. Qualität und Qualitätssicherung des Leistungsangebots
  8. Kosten der Angebote

 

3. Kurzgefasst: Ziele des Instituts Dellanima

  • Trauernde Menschen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene unabhängig von Kultur, Religion und Nationalität auf eine ihnen angemessene, verantwortungs- volle, qualifizierte, respektvolle und wertschätzende Weise unterstützen.
  • Die Unterstützung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schon vor dem absehbaren Tod eines nahe stehenden Menschen.
  • Die Unterstützung von Familien durch systemisch orientierte Begleitung vor und nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen.
  • Das soziale Umfeld Trauernder durch Informationen und Orientierungshilfen im Umgang mit Trauernden stärken.
  • Präventive Konzepte zum Themenkomplex entwickeln, fördern und umsetzten.
  • Den Themenkomplex Sterben, Tod und Trauer mehr in das gesellschaftliche Blickfeld rücken, ihn würdig in den alltäglichen Kontext einbinden sowie einen ressourcenorientierten Umgang mit Trauer und Abschied im beruflichen wie persönlichen Kontext fördern.
  • Durch qualifizierte Fortbildungen, Vorträge und Seminare im Bereich der Trauerbegleitung für spezifische Berufsgruppen (im Hospiz Tätige Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Erzieher, Pädagogen, Psychologen, Ärzte, Seelsorger, Hebammen, Bestatter….) trauernden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein breites, tragfähiges Netz an Unterstützung schaffen.
  • Ausbau der Vernetzung und Kooperation mit anderen Kollegen, Fachbereichen, Verbänden, Beratungsstellen und Institutionen, um ein vielfältiges, qualifiziertes Angebot für Trauernde zu fördern.
  • Zur weiteren Entwicklung von Qualitätsstandards für die Kinder- und Jugendtrauerbegleitung beitragen.
  • Beitrag zum interdisziplinären Dialog sowie der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis durch kritische Reflexion, Entwicklung von Konzepten und Transfer.
  • Realisierung von Finanzierungsmöglichkeiten professioneller, qualifizierter Trauerbegleitung, um jedem Trauernden professionelle Unterstützung kostenfrei zugänglich zu machen.

 

5. Hinweise zu wissenschaftlichen, inhaltlichen, methodischen und strukturellen Grundlagen

Das Konzept der Begleitung und die theoretischen Grundlagen der Fortbildungen des Instituts Dellanima sind nach wissenschaftlich fundierten Ergebnissen und Erkenntnissen der aktuellen Trauerforschung und verwandter Fachgebiete ausgerichtet. Für mich grundlegend ist das Aufgabenmodell von James William Worden. Die von J. W. Worden definierten und von anderen Trauerforschern ( D. Klaas, R. Neimeyer, C. Paul) ergänzten „Traueraufgaben“ sollen individuell begleitet und ihre Bearbeitung gefördert werden. Die „Themen der Trauer“ werden aufgegriffen und inhaltlich durch Gespräche, Impulse sowie je nach Wunsch durch kreative oder andere ergänzende Methoden bearbeitet.  Berücksichtigt werden zudem Arten von „Mediatoren“, die Trauerprozesse beeinflussen, sowie verschiedene Bewältigungsstrategien und Bindungsstile. Neben den theoretischen Bausteinen, die Worden definiert, nehme ich in meinem Konzept auch Aspekte des Dualen Prozessmodells (DPM) von M.  Stroebe und H. Schut sowie andere Ergebnisse der Trauerforschung und verwandter Fachdisziplinen auf. Dies sind unter anderem Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und der Psychotherapieforschung. Ressourcen- und lösungsorientierte Beratungskonzepte sowie ganzheitliche Methoden und Angebote sind dabei wesentliche Grundlagen. Insgesamt leiten sich hieraus die methodisch-praktischen und inhaltlich-strukturellen Schwerpunkte im Konzept ab. Die Arbeit am Institut Dellanima wird entsprechend umgesetzt.  In der Trauerbegleitung stehen neben der Bearbeitung der Traueraufgaben grundsätzlich die Erfahrung einer Stärkung des Selbst, um die eigene Lebensgestaltung aktiv angehen und den Alltag bewältigen zu können. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse sowie eigene durch kritische Reflexion gewonnene Auffassungen fließen kontinuierlich in die theoretische wie praktische Arbeit des Instituts Dellanima ein. Zudem orientiert sich die Begleitung an den individuellen Bedürfnissen, Anliegen und Ressourcen des einzelnen Klienten. Jeder Mensch wird als ein einzigartiges, ganzheitliches Individuum mit seiner eigenen Biografie gesehen und als solcher begleitet. Gerne informiere ich Sie über die theoretischen Grundlagen, die thematisch-inhaltlichen Aspekte und Methoden meiner Arbeit ausführlicher.

7. Qualität und Qualitätssicherung des Leistungsangebots

Wesentlich ist das auf die berufliche Praxis sowie auf abgesicherte akademische Theorien ausgerichtete Konzept des Instituts Dellanima. Zudem wird die Arbeit im Institut statistisch, dokumentarisch und analytisch-bewertend begleitet.  In diesem Zusammenhang hat das Institut Dellanima Anamnesebögen zur qualifizierten Unterstützung trauernder Kindern entwickelt. Die Qualität der eigenen Arbeit wird zudem durch die Auseinandersetzung mit aktuellen, internationalen, wissenschaftlichen Forschungsergebnissen gesichert. Um ein kontinuierliches und fachlich fundiertes Angebot zu gewährleisten sind Fortbildungen zu praxisrelevanten und inhaltlichen Themen im Konzept des Instituts Dellanima obligatorisch. Dazu gehört die Weiterbildung zu Themen der aktuellen Trauerforschung, sowie verwandter Fachgebiete. Zudem sind regelmäßige, monatliche Gruppensupervisionen, zusätzliche Einzelsupervision sowie Teamarbeit/ kollegiale Beratung, Austausch und Kooperation mit Fachkollegen sowie Fallbesprechungen ebenfalls im Konzept angelegt und realisiert. Unterstützung fachlich qualifizierter Kollegen für bestimmte Angebote, Vertretungen im Krankheitsfall, ein entsprechendes Raumangebot sowie die geeignete Ausstattung sind selbstverständlich und sind im Gesamtkonzept näher erläutert. Das Institut arbeitet eng mit anderen Fachbereichen und Institutionen zusammen. (Mediziner, Seelsorger, Steuer- u. Schuldnerberatung, Suchtberatungen, Traumazentren, Erziehungsberatungsstellen, Jugendämtern …). Manchmal ist zusätzliche oder andere Unterstützung notwendig, die das Institut nicht leisten kann. In bestimmten Fällen ist die Klärung der psychiatrischen Perspektive notwendig, um verantwortlich festzustellen, ob ein Krankheitsbild im Sinne des ICD 10 naheliegt. Hier kooperiert das Institut mit kompetenten Fachärzten.

8. Kosten der professionellen Angebote für Trauernde

Ein weiter gefasstes Ziel des Instituts ist es, die Anliegen Trauender in das gesellschaftliche Blickfeld zu rücken und dafür zu sorgen, jedem Trauernden professionelle Unterstützung kostenfrei zugänglich zu machen. Dies ist inzwischen zu einem großen Teil gelungen.

Die Kosten für Familienbegleitung und die Begleitung von Bezugspersonen sowie Einzelbegleitungen für Kinder, Jugendliche und deren Angehörige werden durch Hospize, Jugendämter (ambulante, sozialpädagogische Hilfen im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe §31 ff SGB VII und den Hilfen zur Erziehung §27ff. SGB VII ) soziale Einrichtungen private Förderer oder das DRK Projekt „Leben mit dem Tod“ finanziert. Deshalb kooperiert das Institut Dellanima eng mit dem DRK, verschiedenen Jugendämtern, Institutionen, Verbänden, Krankenkassen, Trägern und Förderern.

Um Trauernde Kinder, Jugendliche und ihre Angehörigen professionell und bedürfnisorientiert in ihrer Lebenssituation kostenfrei begleiten zu können habe ich das DRK Projekt „Leben mit dem Tod“ entwickelt und leite dieses ehrenamtlich. Durch das DRK Projekt können inzwischen viele Familien professionell und ihren Bedürfnissen entsprechend begleitet werden. Es können Einzelbegleitungen für Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen, Familienbegleitungen sowie die Kindertrauergruppe und die Jugendtrauergruppe auch in Kombination in Anspruch genommen werden. Zu den weiteren Angeboten gehören: Eltern- Bezugspersonenabende, Treffen für junge Witwen, Gedenkfeiern, Sommerfeste, Ausflüge, besondere Aktionen für Kinder und Jugendliche und vieles mehr. Es handelt sich um kostenfreie Angebote, die durch die Kooperation mit dem DRK und die Unterstützung vieler Spender und ehrenamtlicher Mitarbeiter getragen werden. Für diesen Bereich werden kontinuierlich finanzielle Förderer und ehrenamtliche Mitarbeiter benötigt. Informationen dazu finden Sie hier.

Die Kosten einer Einzelbegleitung für alleinstehende Erwachsene müssen bisher leider meist selbst gezahlt werden. Ist dies nicht oder nicht komplett möglich, können Betroffene auf Anfrage eine Kostenreduzierung oder eine ehrenamtliche kostenfreie Begleitung erhalten. Niemand soll in seiner Trauer alleine bleiben!

Weiterhin bestehen Verhandlungen mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen, um die professionelle Beratung und Begleitung Trauernder generell in das selbstverständliche Angebot als Präventionsmaßnahme der Kassen zu integrieren. In Einzelfällen übernehmen private Kassen die Kosten. Das Institut weist darauf hin, dass diese Kosten zumindest steuerlich mit den Bestattungskosten abgesetzt werden können.

Bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne und finden immer Möglichkeiten, damit Sie hilfreiche Begleitung unabhängig von Ihrer finanziellen Situation auf Ihrem Weg in Anspruch nehmen können.