Nichts im Leben ist für immer und nichts bleibt wie es ist.

Je enger wir dem Menschen, Gegenstand oder Lebensentwurf verbunden waren, umso tiefer ergreift uns unsere Trauer. Unser Lebensgefüge gerät durcheinander, die Fundamente unseres Lebens werden erschüttert und wir können in tiefe Verzweiflung und Einsamkeit fallen. Verlusterlebnisse können so starke Gefühle in uns auslösen, dass wir uns selbst nicht mehr kennen, dass wir uns in unserem Leben nicht mehr zu Recht finden, uns entwurzelt und haltlos fühlen. Durch unsere veränderte Lebenssituation und die damit verbundene emotionale Befindlichkeit geht der Kontakt zu unseren Mitmenschen und Freunden auch oft verloren. Wir geraten an körperliche und seelische Grenzen.
Wir stellen unser eigenes Lebenskonzept in Frage und finden manchmal keinen Sinn mehr darin! Auch die Gesellschaft mit ihren hohen Leistungsansprüchen und unser soziales Umfeld lassen uns selten genügend Raum zum Trauern und verlangen oft, dass wir schnell wieder funktionieren. Aber sich in einer fundamental veränderten Lebenssituation wieder zurecht zu finden, sich selbst wieder zu finden braucht Zeit und Raum. Und einen ganz persönlichen Weg der Trauer, denn nichts ist mehr so wie es war.
Trauer ist eine ganz natürliche und normale Reaktion auf einen Verlust.
Trauer zeigt sich auf geistigen, körperlichen,
psychischen und sozialen Ebenen so individuell und vielfältig
wie wir selbst sind. Trauerreaktionen können uns manchmal
widersprüchlich erscheinen und uns verunsichern. Denn auch Wut, Angst,
Panik, Scham, Freudlosigkeit, Neid, Ohnmacht und Schuldgefühle können
zum Trauerprozess gehören und haben ihre Berechtigung. Trauer ist ein
langer Prozess, der sich wandelt und bei jedem Menschen anders
verläuft. Oft ist es hilfreich, auf diesem ganz persönlichen Weg des
Lebens ein Stück begleitet zu werden.
"dellanima" hat eine Bedeutung
Schon seit langen Zeiten und fast in uns allen bekannten Kulturen wird etwas benannt, das über den Tod hinausgeht. Viele Menschen glauben, dass ein Teil von uns weiterlebt, entweder körperlos oder in einem anderen Körper. Oft bezeichnen wir das auch als unsere Seele. Das deutsche Wort Seele ist von "See" abgeleitet. Seen galten bei den Germanen als Orte, wo sich die Seelen der Menschen vor der Geburt oder nach dem Tod aufhielten. Dell`anima kommt aus dem Italienischen und bedeutet von der Seele, aus der Seele. Mir gefällt die Vorstellung, dass es etwas gibt, was zurückbleibt von uns, sei es die Seele, oder auch die Erinnerung an einen Menschen, der so in den Herzen der anderen weiterlebt.